RUCKSACK-S

…das Rucksack-S – was denn auch sonst?! Einer von vielen Begriffen für das wohl besser bekannte „ß“ – das Eszett oder scharfes S, oder Buckel-S, oder eben Rucksack-S 😉 Im Juni 2017 kam das ß ganz groß raus, denn der Rat für Rechtschreibung hat am 29.6.2017 die Großbuchstabenvariante des ß (Versaleszett) zugelassen. Nun gibt es ja wie bei Allem auch hier ein Für und Wieder. Typografen streiten sich ja, muss denn das sein, das ß groß zu schreiben? Ja schon, aber es ist kein Muss es zu verwenden – man darf es aber seit 2017 offiziell. Und auch nicht jede Schriftart muss ein ß enthalten. Nach wie vor ist es üblich, aus einem ß in der Großschreibweise ein Doppel-S zu machen, und die meisten Programme tun dies sowieso automatisch. Die Einen lieben es, die Anderen verteufeln das große ß und halten es für unnötig und unästhetisch – schreib du es, wie es dir gefällt, ist ja kein MUSS 🙂

BINDESTRICH

Divis. Besser bekannt als Bindestrich. Die „kurze“ Schwester des Gedankenstriches, den wir hier bereits kennengelernt haben. Die beiden sind neben den Anführungs- und Leerzeichen die am häufigsten falsch angewendeten Satzzeichen. Also was war nun nochmal der Unterschied? Bindestrich kurz, Gedankenstrich lang?! Sozusagen, aber das ist noch lange nicht alles. Im Gegensatz zu seiner fachlichen Bezeichnung „divis“ (von lat. dividere = teilen), soll der Bindestrich die Zusammengehörigkeit von Wörtern und Wortteilen verstärken – er soll verbinden. Der Bindestrich fungiert unter anderem als: Trennstrich am Zeilenende, Ergänzungsstrich (hier geht es um Binde- und Gedankenstriche), Koppelungsstrich (Typop-Typografie-Wissen), als Zeichen für Zusammensetzungen und Abtrennungen (Typografie-Wissen, i-Punkt) UND ganz wichtig: Der Bindestrich steht nie zwischen zwei Leerzeichen! Und nun wäre ich dir sehr verbunden, wenn du dieses schicke Wort-Satz-Zahlen-Verbindungszeichen das nächste Mal gezielt einsetzen würdest 😉

ZEILENABSTAND

Aus gegebenem Anlass müssen wir aktuell alle etwas Abstand halten. Das gilt allerdings nicht für die Zeilen, die dürfen gerne näher zusammenrücken 😉 Wobei – je näher sich die einzelnen Zeilen kommen, desto geringer wird der Zeilenabstand, desto unleserlicher wird auch ein Text. Umgekehrt genauso – auch ein zu großer Abstand (umgangssprachlich „Lattenzaun“ genannt) ist nicht so optimal für die Leserlichkeit. Der Zeilenabstand (ZAB) ist der Abstand von Grundlinie zu Grundlinie. Die Wahl des „richtigen“ Zeilenabstandes ist abhängig von der gewählten Schriftart, dem Schriftstil (dick, dünn, kursiv) und dem Schriftgrad. Als Faustregel gilt: je länger die Zeilen, desto größer sollte der Zeilenabstand sein; er muss deutlich größer als der Wortabstand sein; als Standard in Programmen ist der Zeilenabstand meist 120% der Zeichengröße (z.B. ZAB 12pt und Schriftgröße 10pt). Also: immer schön Abstand halten.

AUSZEICHNUNG

Dieser Text ist aber nun wirklich ausgezeichnet! Na gut, einen Preis hat er nicht gewonnen, aber er sticht schon besonders hervor und ist irgendwie anders als die anderen Sätze – ausgezeichnet eben. Und genau darum geht es – um das hervorheben, das Einzigartige an einem Satz, einem Wort, einer Textpassage. Auszeichnen kann man z.B. indem man Wörter oder ganze Sätze kursiv, fett, dünn, groß, klein oder ganz in einer anderen Schriftart schreibt. Und das macht sie eben so ausgezeichnet einzigartig 😉

DURCHSCHUSS

Achtung, geht in Deckung, hier wird scharf geschossen! Ach was, stimmt doch gar nicht, hier gehts mal wieder um Typografie. Und zwar um den Durchschuss – und der hat mit Pistolen und Schießgewehren absolut nix am Hut. Als Durchschussbezeichnet man den freien, leeren Raum zwischen den Zeilen – und zwar den Raum zwischen der Unterlänge einer Zeile und der Oberlänge der nachfolgenden Zeile. Sozusagen der unbedruckte Zwischenraum zwischen zwei Zeilen. Nicht zu verwechseln mit dem Zeilenabstand, der wird nämlich von Grundlinie zu Grundlinie gemessen. …na du hast doch echt einen (Durch-)Schuss 😉

GEDANKENSTRICH

Wie heißt es so schön?! „Es kommt nicht auf die Länge an“… irgendwie aber doch. Zumindest beim Gedankenstrich. Den kann man nämlich leicht verwechseln mit seinem Bruder, dem Bindestrich. Die beiden unterscheiden sich wirklich nur durch in der Länge: der Gedankenstrich ist der Längere von den Beiden. Und wofür ist der Gedankenstrich nun da? Er soll als Abtrennung oder Kennzeichnung eines Gedankens dienen – oft im Text zur Kennzeichnung einer Denkpause gesetzt. Und da kommt er in der Regel auch meist mit Leerzeichen daher – eins davor und eins danach. Verstanden?! Ach, mach dir nicht so viele Gedanken 😉

BLINDTEXT

Hi, ich bin Lorem Ipsum – der bekannteste Blindtext unter uns Blindtexten! Wozu ich da bin? In meiner Position als Blindtext werde ich hauptsächlich zum layouten benutzt. An mir kann man sehen, wie Text auf einer Seite verteilt und aufgeteilt werden kann, wie lesbar ich bin und wieviel Platz ich benötige. Manchmal werden auch nur einzelne Worte benutzt um Schriften zu testen (z.B. „Hamburgefonts“) oder auch Sätze die alle Buchstaben des Alphabets enthalten: The quick brown fox jumps over the lazy old dog. Der Sinn dahinter ist, der Betrachter, Gestalter, etc. soll nicht vom Text abgelenkt werden und sich nur auf das Design und die Anordnung des Textes konzentrieren. In diesem Sinne: Lorem ipsum dolor sit amet, consectetuer adipiscing elit.

TYPOGRAFIE

TYPO was? Na TYPOGRAFIE! …und das kann nicht weg, sondern ist tatsächlich Kunst! Betrachtet man den Begriff Typografie kulturhistorisch, umfasst dieser Begriff alle Bereiche der BuchdruckerKUNST. Heutzutage wird der Begriff Typografie jedoch nicht mehr mit Buchdruck in Verbindung gebracht, sondern befasst sich mit der ästhetischen, künstlerischen und funktionalen Gestaltung von Buchstaben, Satzzeichen, Sonderzeichen und Schriften sowie deren Anwendungen in unterschiedlichen Medien, das Wissen über Betrachtungs- und Lesegewohnheiten und die Fähigkeit, Sprache und Gedanken mittels Schriften sichtbar und den Anforderungen entsprechend optimal lesbar oder verständlich zu machen. Ist das nicht TYPOtastisch?!

SATZSPIEGEL

Spieglein, Spiegeln an der Wand, wer ist der schönste SATZSPIEGEL im ganzen (Buch) Land? Genau – um den den Satzspiegel geht es heute! Mit Satzspiegel wird die Fläche auf der Seite eines Buches, einer Zeitschrift oder sonstiger Druckwerke bezeichnet, auf der Text und Bilder angeordnet werden – die sogenannte „Nutzfläche“. Durch die Definition von Rändern und Spalten entsteht der Satzspiegel. Die Bestimmung des Satzspiegels ist abhängig von der Art der Drucksache – Größe, Form und Unterteilung ist allerdings nicht genormt. Jedoch bedient man sich gerne gewisser Hilfsmittel, wie z.B. dem goldenen Schnitt, um ein Verhältnis zu schaffen, damit der Satzspiegel dem Betrachter harmonisch erscheint. Seitenzahlen liegen außerhalb des Satzspiegels, Fußnoten wiederum gehören dazu. Und wer hat nun den schönsten Satzspiegel?

SCHRIFTFAMILIE

Familie Arial ist eine Großfamilie – Mama, Papa und viele Kinder! Alle gehören zusammen und sind doch irgendwo individuell: dick, dünn, schräg, normal, geradlinig,… Wie ihr hier jetzt schon rausgehört habt, bezeichnet man als Schriftfamilie eine Gruppe zusammengehörender Schriftstile / Schriftschnitte in unterschiedlichen Schriftbreiten (normal / weit), Schriftstärken (dick / dünn) und Schriftlagen (kursiv / normal) – in der Regel alle von einem „Erzeuger“ (Schriftgestalter) stammend, mit gemeinsamen Formmerkmalen. Wie bei uns Menschen, gibt es auch bei den Schriftfamilien große, mittlere oder kleine Familien. Eine sehr umfangreiche Schriftfamilie ist z.B. die Frutiger. Weitere Bekannte Schriftfamilien sind: Helvetica, Futura und Arial. In diesem Sinne: Happy Familiytime <3

PUNZE

Es war einmal… halt Stop, ich will euch hier doch kein Märchen erzählen – es geht heute nicht um Rapunzel, sondern um das märchenhafte, typografische Wort „Punze“. Als Punze wird in der Typografie der Buchstabeninnenraum bezeichnet – und diesen gibt es wie bei Rapunzels Zopf auch – offen oder geschlossen 😉
Eine geschlossene Punze findet sich beispielsweise bei den Buchstaben a, o, e. Offene Punzen sind dann zu finden bei den Kleinbuchstaben n, v, h, usw. Man sagt auch, die Breite der offenen Punze des Kleinbuchstabens „n“ dient als Anhaltspunkt für einen optimalen Wortabstand. Und glaubt es mir, ich erzähl euch hier bestimmt keine Märchen!

ITALIC

Echt schräg? Richtig! Italic hat hier absolut nichts mit Italien zu tun – „schräg“ trifft es aber auf den Punkt, denn hier geht es nämlich um den englischen Begriff Italic = kursiv = schräg geneigte Schriftzeichen. Der Begriff Italic wird hauptsächlich in Software verwendet, geläufiger ist der deutsche Begriff „kursiv“. Kursive Schriftzeichen sind in Schreibrichtung schräg geneigt und dienen vor allem zur Hervorhebung von Textstellen. Was? Kommt dir das etwa immer noch etwas italic vor?!

MINUSKEL & MAJUSKEL

Und so gingen der große Majuskel und der kleine Minuskel ihren Weg… Häh?! Um was es geht? Na um groß und klein, ist doch ganz klar. In der Typografie bezeichnen diese beiden Fachbegriffe, Majuskel und Minuskel, groß- und kleingeschriebene Buchstaben. Die MAJUSKEL sind die Großbuchstaben (lateinisch maiusculus = etwas größer) und die minuskel die Kleinbuchstaben (lateinisch minusculus = etwas kleiner) …und mit den anderen Muskeln haben die Beiden nix am Hut 😉

GÄNSEFÜSSCHEN

Um nochmal das (heikle) Thema der letzten Woche aufzugreifen: der Apostroph – dieser Strich da oben. Heute haben wir ihn doppelt oder besser gesagt in vierfacher Ausführung. Auch bekannt als Anführungszeichen, oder umgangssprachlich Gänsefüßchen. Aber wie und wo gehören die nochmal hin?! Am Wortanfang oben, am Ende unten, oder beide oben oder beide unten?? Abhilfe verschafft unser „Gänsefüßchen-Notruf“ > die 9966. Diese Zahlenkombi hilft dir die Anführungszeichen richtig zu setzen: 99 unten, 66 oben – ist doch ganz einfach! Und warum nicht beide Zeichen oben? Es führt zur Verwirrung, wo beginnt der Satz und wo hört er auf? Also dann eben doch 9966 😉

DEPPENAPOSTROPH

Ein Apostroph sollte jedem geläufig sein – unter anderem auch als Hochkomma oder Nachstrich bekannt. Und mit einem Deppenapostroph hat vielleicht auch ein mancher (unwissentlich) schon einmal zu tun gehabt. Ein Deppenapostroph ist in der Typografie einfach ein falsch verwendeter Apostroph. Falsch: Typop´s Postkarten, korrekt =Typops Postkarten – im Gegensatz zum Englischen braucht es hier im Deutschen keinen Apostroph. Hör zu! Beeil Dich! Alle Aufforderungen bitte ohne. Auch nie vor dem Plural-s (Info’s = Infos). Fazit: am besten einfach weglassen, denn: wo er hingehört, wird oft ein falsches Zeichen verwendet und wo er nicht hingehört, ist er am häufigsten anzutreffen 😉

ALINEAZEICHEN

Mein Name ist Zeichen. Alinea Zeichen. Und mein Job ist es das Ende eines Absatzes zu markieren, daher besser bekannt als Absatzzeichen oder Absatzmarke. Mein Name stammt aus dem lateinischen und steht für „a linea“ – was übersetzt bedeutet: „auf der Linie“. In der Typografie markiere ich einen Absatz, eine Zeile. In der Textverarbeitung jedoch werde ich nur am Ende eines Absatzes gesetzt und helfe somit, das Ende des Absatzes zu kennzeichnen – meist als unsichtbares Zeichen.

FLATTERSATZ

Der Flattersatz. Wird so genannt weil er auf einer Seite eines Textblocks „flattert“. Beispielsweise beginnen die Zeilen am linken Rand bündig und laufen nach rechts hin in unterschiedlicher Länge aus – umgekehrt bei rechtsbündigem Flattersatz, was aber in der Gestaltung eher eine Ausnahme darstellt.
Der Gegenspieler zum Flattersatz ist der Blocksatz – hier beginnen und enden die einzelnen Zeilen bündig, mit Ausnahme der jeweils letzten Zeile eines Absatzes. Ganz schön flatterhaft dieser Flattersatz, oder wie seht ihr das? 😉

FONT

Der englische Begriff »font« steht für »Schriftart, Schrift, Zeichensatz« und wird in der Typografie als digitales Gegenstück zu der physischen Druckschrift gesehen – einfach gesagt: die digitale Fassung einer Schriftart. Im Desktop Publishing, Screen Design, sowie in der digitalen Bürokommunikation werden heute ausschließlich sogenannte Vektor Fonts verwendet – gegenwärtig verkörpert durch die OpenType Fonts (OTF). Diese haben den Vorteil, im Gegensatz zu Pixel Fonts, dass man sie ohne Qualitätsverluste beliebig skalieren kann. Ist das nicht FONTastisch?!

SCHRIFTSCHNITT

Der Schriftschnitt – vielleicht nicht ganz so gewagt wie ein neuer Haarschnitt. Prinzipiell aber auch eine Veränderung des Aussehens. Der Schriftschnitt ist jedoch „nur“ eine Variation einer Schriftart innerhalb einer Schriftfamilie – eine Veränderung der Schriftbreite, Schriftstärke (z.B. fett) und Schriftlage (z.B. kursiv)
So hat beispielsweise jede Schriftfamilie einen kursiven, einen fetten und einen fettkursiven Schnitt, was auch als „Grundgarnitur“ zählt. Der Begriff Schriftschnitt kommt von „Schrift schneiden“ und stammt aus der Zeit als das Schriftbild aller Buchstaben einer Druckschrift noch manuell von einem Stempelschneider in Stahl geschnitten werden musste.

LAUFWEITE

Höher, schneller, weiter – die Laufweite hat nichts mit dem laufen oder joggen im eigentlichen Sinne zu tun. In der Typografie wird die Laufweite umgangssprachlich auch als „Buchstaben- oder Zeichenabstand“ bezeichnet. Jedoch wie auch beim laufen / joggen an sich, gibt es keine allgemein gültigen Werte für eine bestmögliche Schriftlaufweite – eine optimale Laufweite ist immer abhängig von der Schriftart, der -größe und der Schriftstärke (dick, dünn,…) und natürlich auch vom Ausgabemedium (unterschiedliche Displays), sowie dem Trägermaterial (unterschiedliche Papierarten / Druckmittel). Und nun zurück zu Dir – wie ist deine Laufweite denn so? 😉

ET // AMPERSAND

Was hat der Außerirdische E.T aus einem der erfolgreichsten Kinoklassiker aller Zeiten mit Typografie zu tun? Außer dem Namen wahrscheinlich nichts. Es geht hier jetzt auch gar nicht um Außerirdische, sondern vielmehr um das „Et-Zeichen“ – besser bekannt als das „Und-Zeichen“ &. Das Sonderzeichen & ist eigentlich eine Verschmelzung der beiden Buchstaben e und t. Zusammenstehend für das römische Wort et = zu deutsch: UND. Im Laufe der Jahre haben sich verschiedene Schreibweisen des &-Zeichens ergeben – erkennbar in seiner ursprünglichen Form ist es bei der Schriftart Trebuchet.

SERIFEN

Die Serifen – nicht wirklich feenartige Wesen, können jedoch schon ganz schön bezaubernd sein 😉 Als Serifen werden in der Typografie die „Füßchen“, diese kleinen abschließenden Querstriche am oberen oder unteren Ende von Buchstaben bezeichnet. Die Serifen sollen die Lesbarkeit von Texten verbessern, da sie das Auge lenken bzw. in der Zeile halten – weswegen sie auch fast ausschließlich in Zeitungen und Magazinen verwendet werden. Eine bekannte Serifenschrift ist z.B. die Times oder Times New Roman.

GEMEINE

die gemeine – bei den meisten wohl besser bekannt als: kleinbuchstaben! woher kommt`s? die bezeichnung „gemeine“  stammt aus dem sprachschatz deutscher schriftsetzer und drucker und wird nur im plural benutzt – überwiegend im betrieblichen umfeld einer druckerei, selten in der typografischen lehrliteratur. umgangssprachlich sind es die gemeine, derkorrekte fachbegriff lautet jedoch minuskeln (lat. minor = kleiner). warum nun aber „gemeine“? >>gemein<< steht in dem fall für gewöhnlich, häufig vorkommend, verbreitet, einfach, normal, klein oder nieder und bezeichnet somit die häufig gebrauchten kleinbuchstaben. und habt ihr es bemerkt, wir waren so frei und haben für euch dem thema entsprechend auch alles ganz gemein(e) geschrieben 😉

WEISSRAUM

Weißraum schafft Platz und verschafft gutem Design Luft zum atmen. Habt ihr gewusst dass Weißraum gar nicht weiß sein muss? Auch als „negativer Raum“ oder „Leerraum“ bezeichnet geht es beim Weißraum um den Freiraum zwischen Elementen, ganz unabhängig von der farblichen Gestaltung. Leider wird der Weißraum als Gestaltungselement oft unterschätz oder auch gerne als Platzverschwendung gesehen – dabei ist es durch gezieltes einsetzen von Weißraum möglich, den Fokus auf bestimmte Elemente zu setzen und diese in den Vordergrund zu rücken.

BINDESTRICH

Divis. Besser bekannt als Bindestrich. Die „kurze“ Schwester des Gedankenstriches, den wir hier bereits kennengelernt haben. Die beiden sind neben den Anführungs- und Leerzeichen die am häufigsten falsch angewendeten Satzzeichen. Also was war nun nochmal der Unterschied? Bindestrich kurz, Gedankenstrich lang?! Sozusagen, aber das ist noch lange nicht alles. Im Gegensatz zu seiner fachlichen Bezeichnung „divis“ (von lat. dividere = teilen), soll der Bindestrich die Zusammengehörigkeit von Wörtern und Wortteilen verstärken – er soll verbinden. Der Bindestrich fungiert unter anderem als: Trennstrich am Zeilenende, Ergänzungsstrich (hier geht es um Binde- und Gedankenstriche), Koppelungsstrich (Typop-Typografie-Wissen), als Zeichen für Zusammensetzungen und Abtrennungen (Typografie-Wissen, i-Punkt) UND ganz wichtig: Der Bindestrich steht nie zwischen zwei Leerzeichen! Und nun wäre ich dir sehr verbunden, wenn du dieses schicke Wort-Satz-Zahlen-Verbindungszeichen das nächste Mal gezielt einsetzen würdest 😉

ZEILENABSTAND

Aus gegebenem Anlass müssen wir aktuell alle etwas Abstand halten. Das gilt allerdings nicht für die Zeilen, die dürfen gerne näher zusammenrücken 😉 Wobei – je näher sich die einzelnen Zeilen kommen, desto geringer wird der Zeilenabstand, desto unleserlicher wird auch ein Text. Umgekehrt genauso – auch ein zu großer Abstand (umgangssprachlich „Lattenzaun“ genannt) ist nicht so optimal für die Leserlichkeit. Der Zeilenabstand (ZAB) ist der Abstand von Grundlinie zu Grundlinie. Die Wahl des „richtigen“ Zeilenabstandes ist abhängig von der gewählten Schriftart, dem Schriftstil (dick, dünn, kursiv) und dem Schriftgrad. Als Faustregel gilt: je länger die Zeilen, desto größer sollte der Zeilenabstand sein; er muss deutlich größer als der Wortabstand sein; als Standard in Programmen ist der Zeilenabstand meist 120% der Zeichengröße (z.B. ZAB 12pt und Schriftgröße 10pt). Also: immer schön Abstand halten.

AUSZEICHNUNG

Dieser Text ist aber nun wirklich ausgezeichnet! Na gut, einen Preis hat er nicht gewonnen, aber er sticht schon besonders hervor und ist irgendwie anders als die anderen Sätze – ausgezeichnet eben. Und genau darum geht es – um das hervorheben, das Einzigartige an einem Satz, einem Wort, einer Textpassage. Auszeichnen kann man z.B. indem man Wörter oder ganze Sätze kursiv, fett, dünn, groß, klein oder ganz in einer anderen Schriftart schreibt. Und das macht sie eben so ausgezeichnet einzigartig 😉

DURCHSCHUSS

Achtung, geht in Deckung, hier wird scharf geschossen! Ach was, stimmt doch gar nicht, hier gehts mal wieder um Typografie. Und zwar um den Durchschuss – und der hat mit Pistolen und Schießgewehren absolut nix am Hut. Als Durchschussbezeichnet man den freien, leeren Raum zwischen den Zeilen – und zwar den Raum zwischen der Unterlänge einer Zeile und der Oberlänge der nachfolgenden Zeile. Sozusagen der unbedruckte Zwischenraum zwischen zwei Zeilen. Nicht zu verwechseln mit dem Zeilenabstand, der wird nämlich von Grundlinie zu Grundlinie gemessen. …na du hast doch echt einen (Durch-)Schuss 😉

GEDANKENSTRICH

Wie heißt es so schön?! „Es kommt nicht auf die Länge an“… irgendwie aber doch. Zumindest beim Gedankenstrich. Den kann man nämlich leicht verwechseln mit seinem Bruder, dem Bindestrich. Die beiden unterscheiden sich wirklich nur durch in der Länge: der Gedankenstrich ist der Längere von den Beiden. Und wofür ist der Gedankenstrich nun da? Er soll als Abtrennung oder Kennzeichnung eines Gedankens dienen – oft im Text zur Kennzeichnung einer Denkpause gesetzt. Und da kommt er in der Regel auch meist mit Leerzeichen daher – eins davor und eins danach. Verstanden?! Ach, mach dir nicht so viele Gedanken 😉

BLINDTEXT

Hi, ich bin Lorem Ipsum – der bekannteste Blindtext unter uns Blindtexten! Wozu ich da bin? In meiner Position als Blindtext werde ich hauptsächlich zum layouten benutzt. An mir kann man sehen, wie Text auf einer Seite verteilt und aufgeteilt werden kann, wie lesbar ich bin und wieviel Platz ich benötige. Manchmal werden auch nur einzelne Worte benutzt um Schriften zu testen (z.B. „Hamburgefonts“) oder auch Sätze die alle Buchstaben des Alphabets enthalten: The quick brown fox jumps over the lazy old dog. Der Sinn dahinter ist, der Betrachter, Gestalter, etc. soll nicht vom Text abgelenkt werden und sich nur auf das Design und die Anordnung des Textes konzentrieren. In diesem Sinne: Lorem ipsum dolor sit amet, consectetuer adipiscing elit.

TYPOGRAFIE

TYPO was? Na TYPOGRAFIE! …und das kann nicht weg, sondern ist tatsächlich Kunst! Betrachtet man den Begriff Typografie kulturhistorisch, umfasst dieser Begriff alle Bereiche der BuchdruckerKUNST. Heutzutage wird der Begriff Typografie jedoch nicht mehr mit Buchdruck in Verbindung gebracht, sondern befasst sich mit der ästhetischen, künstlerischen und funktionalen Gestaltung von Buchstaben, Satzzeichen, Sonderzeichen und Schriften sowie deren Anwendungen in unterschiedlichen Medien, das Wissen über Betrachtungs- und Lesegewohnheiten und die Fähigkeit, Sprache und Gedanken mittels Schriften sichtbar und den Anforderungen entsprechend optimal lesbar oder verständlich zu machen. Ist das nicht TYPOtastisch?!

SATZSPIEGEL

Spieglein, Spiegeln an der Wand, wer ist der schönste SATZSPIEGEL im ganzen (Buch) Land? Genau – um den den Satzspiegel geht es heute! Mit Satzspiegel wird die Fläche auf der Seite eines Buches, einer Zeitschrift oder sonstiger Druckwerke bezeichnet, auf der Text und Bilder angeordnet werden – die sogenannte „Nutzfläche“. Durch die Definition von Rändern und Spalten entsteht der Satzspiegel. Die Bestimmung des Satzspiegels ist abhängig von der Art der Drucksache – Größe, Form und Unterteilung ist allerdings nicht genormt. Jedoch bedient man sich gerne gewisser Hilfsmittel, wie z.B. dem goldenen Schnitt, um ein Verhältnis zu schaffen, damit der Satzspiegel dem Betrachter harmonisch erscheint. Seitenzahlen liegen außerhalb des Satzspiegels, Fußnoten wiederum gehören dazu. Und wer hat nun den schönsten Satzspiegel?

SCHRIFTFAMILIE

Familie Arial ist eine Großfamilie – Mama, Papa und viele Kinder! Alle gehören zusammen und sind doch irgendwo individuell: dick, dünn, schräg, normal, geradlinig,… Wie ihr hier jetzt schon rausgehört habt, bezeichnet man als Schriftfamilie eine Gruppe zusammengehörender Schriftstile / Schriftschnitte in unterschiedlichen Schriftbreiten (normal / weit), Schriftstärken (dick / dünn) und Schriftlagen (kursiv / normal) – in der Regel alle von einem „Erzeuger“ (Schriftgestalter) stammend, mit gemeinsamen Formmerkmalen. Wie bei uns Menschen, gibt es auch bei den Schriftfamilien große, mittlere oder kleine Familien. Eine sehr umfangreiche Schriftfamilie ist z.B. die Frutiger. Weitere Bekannte Schriftfamilien sind: Helvetica, Futura und Arial. In diesem Sinne: Happy Familiytime <3

PUNZE

Es war einmal… halt Stop, ich will euch hier doch kein Märchen erzählen – es geht heute nicht um Rapunzel, sondern um das märchenhafte, typografische Wort „Punze“. Als Punze wird in der Typografie der Buchstabeninnenraum bezeichnet – und diesen gibt es wie bei Rapunzels Zopf auch – offen oder geschlossen 😉
Eine geschlossene Punze findet sich beispielsweise bei den Buchstaben a, o, e. Offene Punzen sind dann zu finden bei den Kleinbuchstaben n, v, h, usw. Man sagt auch, die Breite der offenen Punze des Kleinbuchstabens „n“ dient als Anhaltspunkt für einen optimalen Wortabstand. Und glaubt es mir, ich erzähl euch hier bestimmt keine Märchen!

ITALIC

Echt schräg? Richtig! Italic hat hier absolut nichts mit Italien zu tun – „schräg“ trifft es aber auf den Punkt, denn hier geht es nämlich um den englischen Begriff Italic = kursiv = schräg geneigte Schriftzeichen. Der Begriff Italic wird hauptsächlich in Software verwendet, geläufiger ist der deutsche Begriff „kursiv“. Kursive Schriftzeichen sind in Schreibrichtung schräg geneigt und dienen vor allem zur Hervorhebung von Textstellen. Was? Kommt dir das etwa immer noch etwas italic vor?!

MINUSKEL & MAJUSKEL

Und so gingen der große Majuskel und der kleine Minuskel ihren Weg… Häh?! Um was es geht? Na um groß und klein, ist doch ganz klar. In der Typografie bezeichnen diese beiden Fachbegriffe, Majuskel und Minuskel, groß- und kleingeschriebene Buchstaben. Die MAJUSKEL sind die Großbuchstaben (lateinisch maiusculus = etwas größer) und die minuskel die Kleinbuchstaben (lateinisch minusculus = etwas kleiner) …und mit den anderen Muskeln haben die Beiden nix am Hut 😉

GÄNSEFÜSSCHEN

Um nochmal das (heikle) Thema der letzten Woche aufzugreifen: der Apostroph – dieser Strich da oben. Heute haben wir ihn doppelt oder besser gesagt in vierfacher Ausführung. Auch bekannt als Anführungszeichen, oder umgangssprachlich Gänsefüßchen. Aber wie und wo gehören die nochmal hin?! Am Wortanfang oben, am Ende unten, oder beide oben oder beide unten?? Abhilfe verschafft unser „Gänsefüßchen-Notruf“ > die 9966. Diese Zahlenkombi hilft dir die Anführungszeichen richtig zu setzen: 99 unten, 66 oben – ist doch ganz einfach! Und warum nicht beide Zeichen oben? Es führt zur Verwirrung, wo beginnt der Satz und wo hört er auf? Also dann eben doch 9966 😉

DEPPENAPOSTROPH

Ein Apostroph sollte jedem geläufig sein – unter anderem auch als Hochkomma oder Nachstrich bekannt. Und mit einem Deppenapostroph hat vielleicht auch ein mancher (unwissentlich) schon einmal zu tun gehabt. Ein Deppenapostroph ist in der Typografie einfach ein falsch verwendeter Apostroph. Falsch: Typop´s Postkarten, korrekt =Typops Postkarten – im Gegensatz zum Englischen braucht es hier im Deutschen keinen Apostroph. Hör zu! Beeil Dich! Alle Aufforderungen bitte ohne. Auch nie vor dem Plural-s (Info’s = Infos). Fazit: am besten einfach weglassen, denn: wo er hingehört, wird oft ein falsches Zeichen verwendet und wo er nicht hingehört, ist er am häufigsten anzutreffen 😉

ALINEAZEICHEN

Mein Name ist Zeichen. Alinea Zeichen. Und mein Job ist es das Ende eines Absatzes zu markieren, daher besser bekannt als Absatzzeichen oder Absatzmarke. Mein Name stammt aus dem lateinischen und steht für „a linea“ – was übersetzt bedeutet: „auf der Linie“. In der Typografie markiere ich einen Absatz, eine Zeile. In der Textverarbeitung jedoch werde ich nur am Ende eines Absatzes gesetzt und helfe somit, das Ende des Absatzes zu kennzeichnen – meist als unsichtbares Zeichen.

FLATTERSATZ

Der Flattersatz. Wird so genannt weil er auf einer Seite eines Textblocks „flattert“. Beispielsweise beginnen die Zeilen am linken Rand bündig und laufen nach rechts hin in unterschiedlicher Länge aus – umgekehrt bei rechtsbündigem Flattersatz, was aber in der Gestaltung eher eine Ausnahme darstellt.
Der Gegenspieler zum Flattersatz ist der Blocksatz – hier beginnen und enden die einzelnen Zeilen bündig, mit Ausnahme der jeweils letzten Zeile eines Absatzes. Ganz schön flatterhaft dieser Flattersatz, oder wie seht ihr das? 😉

FONT

Der englische Begriff »font« steht für »Schriftart, Schrift, Zeichensatz« und wird in der Typografie als digitales Gegenstück zu der physischen Druckschrift gesehen – einfach gesagt: die digitale Fassung einer Schriftart. Im Desktop Publishing, Screen Design, sowie in der digitalen Bürokommunikation werden heute ausschließlich sogenannte Vektor Fonts verwendet – gegenwärtig verkörpert durch die OpenType Fonts (OTF). Diese haben den Vorteil, im Gegensatz zu Pixel Fonts, dass man sie ohne Qualitätsverluste beliebig skalieren kann. Ist das nicht FONTastisch?!

SCHRIFTSCHNITT

Der Schriftschnitt – vielleicht nicht ganz so gewagt wie ein neuer Haarschnitt. Prinzipiell aber auch eine Veränderung des Aussehens. Der Schriftschnitt ist jedoch „nur“ eine Variation einer Schriftart innerhalb einer Schriftfamilie – eine Veränderung der Schriftbreite, Schriftstärke (z.B. fett) und Schriftlage (z.B. kursiv)
So hat beispielsweise jede Schriftfamilie einen kursiven, einen fetten und einen fettkursiven Schnitt, was auch als „Grundgarnitur“ zählt. Der Begriff Schriftschnitt kommt von „Schrift schneiden“ und stammt aus der Zeit als das Schriftbild aller Buchstaben einer Druckschrift noch manuell von einem Stempelschneider in Stahl geschnitten werden musste.

LAUFWEITE

Höher, schneller, weiter – die Laufweite hat nichts mit dem laufen oder joggen im eigentlichen Sinne zu tun. In der Typografie wird die Laufweite umgangssprachlich auch als „Buchstaben- oder Zeichenabstand“ bezeichnet. Jedoch wie auch beim laufen / joggen an sich, gibt es keine allgemein gültigen Werte für eine bestmögliche Schriftlaufweite – eine optimale Laufweite ist immer abhängig von der Schriftart, der -größe und der Schriftstärke (dick, dünn,…) und natürlich auch vom Ausgabemedium (unterschiedliche Displays), sowie dem Trägermaterial (unterschiedliche Papierarten / Druckmittel). Und nun zurück zu Dir – wie ist deine Laufweite denn so? 😉

ET // AMPERSAND

Was hat der Außerirdische E.T aus einem der erfolgreichsten Kinoklassiker aller Zeiten mit Typografie zu tun? Außer dem Namen wahrscheinlich nichts. Es geht hier jetzt auch gar nicht um Außerirdische, sondern vielmehr um das „Et-Zeichen“ – besser bekannt als das „Und-Zeichen“ &. Das Sonderzeichen & ist eigentlich eine Verschmelzung der beiden Buchstaben e und t. Zusammenstehend für das römische Wort et = zu deutsch: UND. Im Laufe der Jahre haben sich verschiedene Schreibweisen des &-Zeichens ergeben – erkennbar in seiner ursprünglichen Form ist es bei der Schriftart Trebuchet.

SERIFEN

Die Serifen – nicht wirklich feenartige Wesen, können jedoch schon ganz schön bezaubernd sein 😉 Als Serifen werden in der Typografie die „Füßchen“, diese kleinen abschließenden Querstriche am oberen oder unteren Ende von Buchstaben bezeichnet. Die Serifen sollen die Lesbarkeit von Texten verbessern, da sie das Auge lenken bzw. in der Zeile halten – weswegen sie auch fast ausschließlich in Zeitungen und Magazinen verwendet werden. Eine bekannte Serifenschrift ist z.B. die Times oder Times New Roman.

GEMEINE

die gemeine – bei den meisten wohl besser bekannt als: kleinbuchstaben! woher kommt`s? die bezeichnung „gemeine“  stammt aus dem sprachschatz deutscher schriftsetzer und drucker und wird nur im plural benutzt – überwiegend im betrieblichen umfeld einer druckerei, selten in der typografischen lehrliteratur. umgangssprachlich sind es die gemeine, derkorrekte fachbegriff lautet jedoch minuskeln (lat. minor = kleiner). warum nun aber „gemeine“? >>gemein<< steht in dem fall für gewöhnlich, häufig vorkommend, verbreitet, einfach, normal, klein oder nieder und bezeichnet somit die häufig gebrauchten kleinbuchstaben. und habt ihr es bemerkt, wir waren so frei und haben für euch dem thema entsprechend auch alles ganz gemein(e) geschrieben 😉

WEISSRAUM

Weißraum schafft Platz und verschafft gutem Design Luft zum atmen. Habt ihr gewusst dass Weißraum gar nicht weiß sein muss? Auch als „negativer Raum“ oder „Leerraum“ bezeichnet geht es beim Weißraum um den Freiraum zwischen Elementen, ganz unabhängig von der farblichen Gestaltung. Leider wird der Weißraum als Gestaltungselement oft unterschätz oder auch gerne als Platzverschwendung gesehen – dabei ist es durch gezieltes einsetzen von Weißraum möglich, den Fokus auf bestimmte Elemente zu setzen und diese in den Vordergrund zu rücken.